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  • Miriam Rasser

Zu Besuch im TEXTILHAFEN

Deutschland produziert jährlich 391.752 Tonnen Textilabfall. Das sind 4,7 kg pro Kopf. (Quelle: https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/rekord-beim-textilmuell-jeder-deutsche-wirft-jaehrlich-4-7-kilogramm-kleidung-weg/25453254.html). Zu viel, wie wir finden. Doch gibt es eine andere Möglichkeit alte Kleidung sinnvoll weiter zu verwenden, anstatt sie wegzuwerfen? Und kann Nachhaltigkeit vielleicht sogar mit sozialer Hilfe kombiniert werden?


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Die Berliner Stadtmission versucht genau das. Dazu sammeln sie Kleiderspenden aller Art, die dann im Textilhafen von den Mitarbeiter*innen vorsortiert werden. An erster Stelle stehen immer die Bedürftigen. Je nach Saison und Bedarf werden die am besten erhaltenen Spenden direkt an die “Himmlische Kleiderkammer” weitergeleitet, eine Ausgabestelle für Menschen in Not. Dort bekommen über 1000 Gäste frische Kleidung im Monat. Da aber zum überwiegenden Teil Männer Kleidung benötigt wird, bleibt bei der Sortierung auch viele gut erhaltene Kleidung übrig. Diese gelangt dann in die 5 Kiezläden, die über die ganze Stadt verteilt sind. Der Erlös der Kleidung fließt dabei in die Arbeit der Berliner Stadtmission. Doch auch nach Kleiderkammer und Second-Hand-Verkauf bleibt die Hälfte der Kleidung übrig. Das landet dann nicht einfach im Müll, sondern fließt in den Materialpol. Im Textilhafen an der Storkower Straße, sowie im Haus der Materialisierung am Alexanderplatz können die Textilien zu Kilopreisen erworben werden. Die beiden Standorte bieten auch immer wieder Upcycling-Workshops oder andere Angebote in den Bereichen Sharing, Re-Use und Upcycling an. So können Interessierte direkt lernen, wie Kleidung weiterverwendet werden kann.

Wir haben Elena aus dem Textilhafen und Ana aus dem Pop up Materialpool vor Ort getroffen. Beide zeigten uns Einblicke in ihre Arbeit, aber auch was gerade am dringendsten benötigt wird. Aktuell sind das besonders kurze Männer Kleidung sowie Sommerschuhe und saubere Unterwäsche. Aber auch über tatkräftige Unterstützung beim Sortieren freuen sich beide. Wenn du Interesse hast oder auch einfach ein bisschen Shoppen möchtest, schau doch mal vorbei. Spenden werden im Textilhafen Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr angenommen und geöffnet zum Materialien Shopping ist immer freitags von 15 bis 18 Uhr. Der Pop-Up Materialpool im Haus der Materialisierung ist jeden Dienstag und Mittwoch zwischen 15 und 19 Uhr geöffnet. Komm vorbei und lerne Elena und Ana bei ihrer Arbeit kennen, für die beide ein großes Herz haben.

Wir sind begeistert von der Arbeit des Textilhafens der Berliner Stadtmission. Zum einen werden Spenden genau gefiltert nach den aktuellen Bedürfnissen von Menschen in Not und kommen da an, wo sie gebraucht werden. Die hauseigene Kleiderkammer und somit die Menschen unserer Stadt haben bei allem den Vorrang. Der Textilhafen geht aber auch über den sozialen Aspekt hinaus und hilft damit einen textilen Kreislauf zu schaffen. Nachhaltigkeit und soziale Hilfe miteinander zu kombinieren ist also möglich und der Textilhafen zeigt, wie es geht.





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