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  • Miriam Böhnisch

Sonntags in der Suppenküche

Sonntag, der 24.01.2021, Berlin Mitte

Wir haben heute die Ehre die Suppenküche der Herz Jesu Gemeinde zu unterstützen. Das Angebot der Suppenküche richtet sich an bedürftige BerlinerInnen und findet jeden Sonntag von 11-14 Uhr in den Räumlichkeiten der Herz Jesu Gemeinde, Torstraße 186 statt. Im Rahmen unseres ersten Projektes, der Berliner Kältehilfe, ist dies der dritte Einsatz in diesem Monat.



Es liegt wie immer Neugier in der Luft. Vor Ort empfängt man uns mit offenen Armen. Im voraus wurden wir bereits mit dem genauen Ablauf des Einsatzes vertraut gemacht. Es gibt klare Aufgabenverteilungen, denn gerade in Zeiten der Pandemie ist diese Planung essentiell. Auch die Suppenküche ist an strenge Hygieneregeln gebunden. So können zur Zeit gerade einmal acht Gäste im Gemeinschaftsraum Platz nehmen und dies jeweils nur an Einzeltischen. Draußen im Hof vor der Suppenküche füllt sich die kleine Fläche. Überwiegend ältere Männer kommen wortwörtlich hereingeschneit. Uns fällt auf, dass viele sich untereinander kennen und wir beobachten einen heiteren Austausch. Die Ehrenamtlichen der Suppenküche versorgen jeden der möchte im Hof mit einem warmen Getränk und einem herzlichen Willkommen. Dann beginnt für die allermeisten das Warten in der Kälte. In Zeiten der Pandemie heißt es für die Menschen pünktlich zu kommen. Wer nicht rechtzeitig erschienen ist, hat derzeit keine Chance auf einen der ersten acht Plätze der Suppenküche. Leer ausgehen muss dennoch keiner. Durch die veränderten Umstände bietet die Suppenküche derzeit drei Schichten mit jeweils acht Plätzen im Warmen an. Wem das Warten auf eine neue Schicht zu lange dauert oder wer keinen Platz mehr bekommen hat, kann im Hof eine warme Suppe zu sich nehmen. Auf die Frage, wie die Gäste mit den veränderten Umständen umgehen, antworten die meisten, sie seien dankbar, dass dieses Angebot weiterhin bestehe. Viele andere Organisationen mussten ihre Arbeit während des Lockdowns einstellen.



Wir erleben einen sehr herzlichen Umgang zwischen Gästen und ehrenamtlichen Helfern. Es wird auf kleine Extrawünsche eingegangen, Nachschlag des Essens angeboten und der eine oder andere Smalltalk geführt. Uns gegenüber sind die Gäste aufgeschlossen. Sie erzählen von ihren Tagesplänen, berichten von ihren Erfahrungen in Berlin, aber auch, welche Schickssalsschläge sie erleben mussten. Pöbelnde, alkoholisierte Menschen treffen wir an diesem Sonntag nicht an. Es ist gewiss eine Not, die die Menschen zu der Suppenküche treibt, diese kann aber verschieden ausfallen. Von Armut bis zur Einsamkeit, so scheint es, hat jeder seine eigene Geschichte, die er an diesem Mittag mitbringt. Wir finden diese Arbeit wichtig und sind begeistert von dem Einsatz der Ehrenamtlichen. Es ist beeindruckend zu sehen, wie sie Menschen ihre Zeit und Energie schenken, und mit welcher Selbstverständlichkeit sie dies tun. Die Suppenküche bietet ehrenamtlichen Helfern die Gelegenheit, sich bei Interesse einmalig oder aber auch öfter zu beteiligen. Zeit spenden ist hier das Motto! Wir konnten einiges an diesem Mittag mitnehmen und werden sicherlich wiederkommen.



Wenn ihr die Suppenküche unterstützen wollt, meldet euch gerne bei Nikola: nikola@hypewear.de





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